Thumberg: Der alte Galdiator (Episode Nr. 3)
Wie bestimmt so manchen meiner Leser hat auch mich die Grippe dahingerafft. Ich verschweige mal die einzelnen Symptome, sonst geht es wieder los.
Deshalb hänge ich etwas hinterher mit den einzelnen Kapiteln, aber dennoch gibt es heute den dritten Abschnitt von "Thumberg: Der alte Gladiator". Und endlich tritt er auf: der Gladiator.
Pan Mochtgehrn trifft einen Helden und gerät wieder einmal in die gefährlichen Mühlen kommunaler Politik. Aus denen er wieder nur einmal einige Episoden lang nur mit meiner Hilfe ... äh seinen Ideen herausfindet.
Viel Spaß mit dem neuen kostenlosen Kapitel aus "Thumberg: Der alte Gladiator".
Das letzte Kapitel verpasst. Ihr findet es hier.
Deshalb hänge ich etwas hinterher mit den einzelnen Kapiteln, aber dennoch gibt es heute den dritten Abschnitt von "Thumberg: Der alte Gladiator". Und endlich tritt er auf: der Gladiator.
Pan Mochtgehrn trifft einen Helden und gerät wieder einmal in die gefährlichen Mühlen kommunaler Politik. Aus denen er wieder nur einmal einige Episoden lang nur mit meiner Hilfe ... äh seinen Ideen herausfindet.
Viel Spaß mit dem neuen kostenlosen Kapitel aus "Thumberg: Der alte Gladiator".
Das letzte Kapitel verpasst. Ihr findet es hier.
-5-
Bismag unterrichtete De Koffel über die Ereignisse. Zu seiner Zufriedenheit teilte sein Amtsbruder seine Bedenken.
"Es gibt nur zwei Möglichkeiten", fasste der seine Überlegungen zusammen, nachdem sie den Henker aufforderten, vor der Tür zu warten. "Seine Tochter ist unschuldig. Das bedeutet, wir müssen den wahren Mörder fassen, um es zu beweisen. Sollte sie schuldig sein, entscheidet Ihr, ob ihr sie laufen lasst oder eine andere Lösung findet."
"Mein erster Gedanke war, sie heimlich aus der Stadt zu schaffen und damit ihren Vater zu beruhigen. Doch dann müssten wir einen neuen Täter präsentieren. Der Mord hat bereits zu viel Aufsehen erregt. Nirgends eine Chance, ihn zu vertuschen. Das Opfer ist ein angesehener Kaufmann mit guten Beziehungen. Falls bekannt wird, dass wir etwas unter den Tisch kehren, handeln wir uns eine Menge Ärger ein. Ich sehe kein Problem, in den Kerkern jemand zu finden, dem man die Tat unterschieben kann. Dort gibt es genug Kreaturen, die den Tod auf die eine oder andere Weise verdienen. Die Hinrichtung wäre ein geeignetes Ablenkungsmanöver, um sein Verschwinden zu erklären. Ich hab da ein paar Kandidaten.
Allerdings der Henker würde die Wahrheit kennen. Ich schätze ihn so ein, dass er keinen Unschuldigen köpft. Wir verlören einen guten Mann, der seine schwierige Arbeit bisher zur vollsten Zufriedenheit erledigte."
"Wieso weiß man, dass sie den Kaufmann tötete?"
Bismag zuckte mit den Schultern. "Ich kenne die Akte nicht. Wusste nicht einmal, dass der Henker eine Tochter hat. Er hat ihre Herkunft bis heute verborgen gehalten. Die Ermittlungsarbeit der Stadtwache ist außerdem nicht besonders ... sagen wir berühmt und für ihren Scharfsinn bekannt. Die Sache dürfte wohl eindeutig sein. Anderenfalls wäre sie nicht im Kerker."
"Wie kann ich helfen?"
"Mein Amt erlaubt es nicht, dass ich mich persönlich um die Angelegenheit kümmere. Das weckt unangenehme Aufmerksamkeit, wenn ich mich jetzt einmische. Jemand könnte die falschen Fragen stellen, seine Nase zu tief hineinstecken und einen Komplott wittern. Der Geheime Rat kümmert sich um die Tat eines Straßenmädchens. Das deutet auf Verschwörung und politische Intrigen.
Sehen wir uns gezwungen, ihre Beteiligung zu vertuschen, bleibt, für den Fall, dass was durchsickert, der ganze Dreck an mir kleben. Und es sickert immer etwas durch! Zu viele Leute wissen, dass sie als Mörderin im Kerker sitzt."
"Kompliziert. Kompliziert." De Koffel ahnte, worauf sein Vorgesetzter abzielte.
"Ich sehe, Ihr seid ein kluger Mann. Diese wichtige Aufgabe muss ich an Euch weitergeben. Selbstverständlich, ohne, dass meine Beteiligung jemals bekannt wird. Sucht jemand, dem ihr diesen schweren Fall übergeben könnt. Niemand mit politischem Einfluss, damit sich, wenn es schief geht, keine Partei angegriffen fühlt.
Er sollte gut sein, aber verzichtbar. Versteht Ihr? Verzichtbar!"
De Koffel nickte. Er kannte da einen Beamten. Klug, vielleicht sogar zu klug. Ging die Sache gut aus, war ihm Bismag einen Gefallen schuldig. Scheiterte er, schuldete ihm Theo Dicklage etwas.
***
-6-
"Das ... das ist der unbesiegbare Vlad. Der mächtigste und berühmteste Gladiator der Welt." Pan Mochtgehrn wollte kein Auge von dem Neuankömmling lassen. Er stand da, Mund sperrangelweit aufgerissen und deutete mit ausgestrecktem Zeigerfinger auf den Mann.
Master Leym fühlte sich durch den Auftritt seines Freundes peinlich berührt. So ein Verhalten zeigte man nicht in der Öffentlichkeit. Diesem Fremden musste es sehr unangenehm sein, so vor allen Gästen vorgeführt zu werden.
Zu seinem Erstaunen reagierte der Angesprochene gelassen, fast ein wenig traurig. Er nickte seinem Bewunderer zu, zog ein Blatt aus billigem Papier aus der Tasche seines Mantels und legte ihn auf ihren Tisch. "Sagt mir, welchen Namen ich eintragen soll. Zwei Kupferstücke. "Herzlichst" kostet noch einmal zwei. "Meinem lieben Freund" gibt es für zehn Kupfermünzen."
Master Leym nahm den Zettel und studierte die Aufschrift. Der Wisch lag offensichtlich schon eine Weile in der Manteltasche, an seinen Rändern bröselte das Material bereits ab. Schlechte Tinte machte es schwer, die Worte zu entziffern.
In der Mitte prangten die groben Umrisse eines hünenhaften Mannes. In einer leichten Rüstung, einem kleinen Schild und einem Speer. Er erkannte die Figur eines Gladiators, einem Hatator, ein Lanzenkämpfer in der Arena. Es gab eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Neuankömmling. Danach handelte es sich, wenn man den Buchstaben glauben konnte, um den weltberühmten Arenakämpfer und in allen Kämpfen unbesiegten Vlad.
Verwunderlich, dass Pan Mochtgehrn, Sohn zweier Priester der heiligen Borke, ein Faible für Gladiatorenkämpfe besaß. Master Leym zog seinen Freund am Ärmel zurück. Der wollte sich losreißen, blieb aber erfolglos.
"Das ist ... ist ... der berühmteste Gladiator der Welt. Doch es hieß, er wäre tot. Wie kann das sein?"
***
-7-
Litwolff, gute Seele und Rausschmeißer im "Roten Pony" staunte über die Aufregung, die der neue Gast mitbrachte. Er selbst hatte wohl von ihm gehört, doch ein Großteil der Leute schien ihn besser zu kennen. Nicht nur Pan, ein Stammgast, folgte dem Neuankömmling mit glänzenden Augen. Auch einer der Kellner, Kran Bergebrunnen, konnte seinen Blick nicht abwenden. Also schnappte er sich den Kerl und nahm ihn ins Verhör.
"Vlad", so erfuhr er, "hat jeden Zweikampf gewonnen. Es müssen Hunderte sein. Er ist reich, seine Börse enorm. Vor zwei Monaten war das entscheidende Duell in der Arena von Hallenberg. Gegen seinen stärksten Konkurrenten. Sein Name lautete Berg von Stenen. Ebenfalls ein unbesiegbarer Kämpfer. Lange hat man auf dieses Finale hingearbeitet. Der Sieger durfte sich Meister der Welt nennen. Die Leute erzählen, es sei ein fürchterliches Gemetzel gewesen. Fünf Stunden soll er gedauert haben." Der Speichel flog Kran aus dem Mund, so begeistert erzählte er.
"Wer hat gewonnen?"
Der Kellner schüttelte den Kopf. "Beide lagen zum Schluss schwer verletzt auf dem Boden. Jedem fehlte die Kraft weiter zu kämpfen. Ein normaler Mensch wäre längst an den Wunden gestorben. Am Ende kroch Vlad aus der Arena, Berg blieb liegen. Tot. Aber es hieß, Vlad wäre nur Stunden später seinen Verletzungen erlegen. Jedenfalls hat man ihn nie wieder auf einem Kampfplatz gesehen."
"Was macht er hier?"
"Woher soll ich das wissen. Thumberg hat keine Arena!"
***
"Thumberg hat keine Arena." Litwolff stellte den Wein vor dem Gladiator ab, ließ aber den Becher nicht los.
Vlad schaute ihn an. Traurige Augen, die ihr Gegenüber wie Glas durchschauten. "Ich will nicht kämpfen." Die Worte kamen heiser, als ob der Kehlkopf verletzt war. Das Gesicht wies überraschenderweise keinerlei Narben auf. Seine Gesten wirkten dennoch kraftvoll und geschmeidig. Auch wenn der Gladiator bei manchen Bewegungen augenscheinlich Schmerzen fühlte. Doch Litwolff spürte es genau. Er verfügte nach langen Jahren im "Roten Pony" über eine große Portion Menschenkenntnis. Wusste, dieser Mann würde nie mehr gegen einen Anderen antreten.
Zuviel Blut. Zuviel Leid. Zuviel Tod. Er kannte diesen Blick. Alte ausgebrannte Veteranen, die ihre magere Pension hier vertranken, brachten ihn mit. Diese Augen hatten genug gesehen.
"Diese Runde geht auf mich". Meinte Litwolff. "Zur Begrüßung. Ich will keinen Ärger!"
"Besten Dank. Ich bin nur auf der Durchreise. Übermorgen segle ich mit der "Blauen Jungfer" nach Systh. Dort bin ich geboren und da werde ich mich zur Ruhe setzen."
Die Antwort kam so leise und schüchtern, dass Litwolff Mitleid mit ihm bekam. Er nickte nur und kümmerte sich um andere Gäste, hielt aber ein Auge auf den alten Gladiator. Es dauerte nicht lange, bis der erwartete Ärger eintrat.
***

Es ist nicht verwunderlich, wenn der erwartete Ärger auftritt..
AntwortenLöschenZu gerne wollen sich andere messen oder den berühmten Gladiator in Aktion sehen.
Es ist wie der Doktor, der privat auf eine Partie geht und sobald er sich als solcher outet, mit Diagnoseanfragen zu jedem Wehwehchen genervt wird.
Das dürfte wohl auch mit dem angedeuteten Ärger gemeint sein.
Und wir betreten wieder die Amtsstuben mit ihrer Bürokratie und ihren denkweisen. Schlau soll der Ermittler sein, möglichst erfolgreich.. aber wenn er scheitert, um Himmels Willen, dann soll er bitte alleine da stehen und niemanden mit in den Abgrund reissen.
Und es geschieht natürlich im Auftrag desjenigen, der am Weitesten davon entfernt scheint.
Mir scheint, es gibt einen neuen Auftrag für Pan Mochtgern. Offizieller geheimer Ermittler im Auftrag der Stadt, die offiziell nie einen Auftrag gegeben hat und wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand.. halb-offiziell ?
Egal. Es dürfte eeeewieder einmal schwierig werden und wenn ein Ratsmitglied wiederum verwickelt wäre.. Es würde mich nicht wundern.
Man darf also gespannt seine . sowohl auf den kommenden Ärger, als auch auf die Detektivarbeit des Sherlock Mochtgern.